Nichzenhain

Nichzenhain, auch Nixdorf und Nixendorf genannt, wurde 1609 auf herrschaftlichem Boden erbaut. Das erste Haus baute sich ein Zimmermann, Karl Rabe. 1615 bestand es aus 10 Häusern und einer Mühle.

Im Kriegsjahr 1632 verübten kaiserliche Soldaten große Greueltaten an der Bevölkerung, der Nichzenhainer Zimmermann Georg Rabe wurde dabei erschossen. Weiterlesen

12. Jahrhundert … bis 1984

“Kirche Lauterbach”

Anhand der Aufzeichnungen der Pfarrer Florey (1840) und Kreyßig (1904) entstand der nachstehende geschichtliche Umriss, natürlich auch ins Heute fortgeschrieben.

Das Kirchengebäude stammt aus dem 12. Jahrhundert und wurde im romanischen Stil erbaut. Im Laufe der Zeit ist es mehrfach umgebaut und verschönert worden.

Die Kirchenbücher werden seit dem Jahr 1578 geführt. Das erste Taufregister, welches noch vorhanden ist, schenkte 1578 der Bürgermeister von Werdau, Abraham Kießling, der Kirchgemeinde. In Werdau wütete zu der Zeit die Pest, weshalb dieser mit seiner Familie nach Lauterbach geflohen ist. Hier wurde ihm ein Sohn geboren, der als erster Täufling eingeschrieben wurde.

1630 brannte der von Blitz getroffene Turm bis auf die Mauern nieder. Die Gemeinde war lange Zeit finanziell nicht in der Lage den Turm wieder aufzubauen und errichtete nur ein Bretterdach.

Im Jahre 1664 wurde das Innere der Kirche etwas renoviert.

Bei einer Hauptreparatur 1674 am Äußeren des Kirchenhauses wurde diesem ein ganz neuer Dachstuhl aufgesetzt und mit Dachziegeln gedeckt. “Auch wurde bei diesem Baue die Kirchdecke neu bemalt.”

“1725 wurde die Kirche im Innern renoviert und geweißt, die Emporkirchen, Beichtstuhl und Gitterstühle, wie auch die Kanzel, mit Bildern bemalt, welche jedoch, da sie mehrfach Karikaturen als Gemälde waren, im Jahre 1836 teils überweißt, teils mit hölzernen Tafeln bedeckt wurden.” Bei dieser Renovierung wurde wohl auch die Kirchendecke wieder überstrichen.

“1836 wurde im Innern der Kirche einige bedeutende Änderung vorgenommen. Es wurde der Fußboden mit blauen steinernen Platten belegt und die Fenster vergrößert. Auch legte man einen neuen Haupteingang in das Schiff und die Emporen an, baute ein Vorhaus mit Treppen und Bahrenkammer an, gab dem Altar eine andere Gestalt, rückte die Kanzel in den Pfeiler hinein, nahm den Beichtstuhl weg und baute dafür an die Morgenseite des Turmes eine neue Sakristei, verkleinerte die herrschaftliche Kapelle, vergrößerte dagegen das Chor und rückte in dessen Mitte die Orgel.”

Den Turm in seiner jetzigen Gestalt kennt man erst seit dem Jahre 1840. Aus ihren eigenen Mitteln baute die Kirchengemeinde einen Neuen, für den 1630 Abgebrannten. In diesen Turm wurden 2 (vom abgebrannten Turm noch erhaltene) Glocken gehängt, die Kleinere, eine sogenannte Evangelistenglocke, mit den Namen der 4 Evangelisten in Mönchsschrift, sowie eine Größere mit der Umschrift “Durch Feuer und Hitz bin ich gefloßen, Caspar Senger zu Zwickau hat mich gegoßen. Hans Ernst von Weißbach, Erb-, Lehn- und Gerichtsherr. Christ. Rögner, Pfarr. um 1584”. Als im Jahre 1868 ein neues dreistimmiges Geläut angeschafft wurde, schmolz man die alten Glocken ein.

Das heutige Altarbild wurde 1851 von Christine Karoline Julie Esche gestiftet. Der Maler ist unbekannt. Es wurde 2000 restauriert.

Ebenfalls 1851 wurde die Orgel vom Orgelbaumeister Bärmig aus Werdau fertiggestellt. Das Instrument umfaßt insgesamt 640 Pfeifen und 2 Faltenbälge. Das Gehäuse der Orgel wurde im Rokokostil gebaut, ist eichenholzfarbig gestrichen und ohne Goldverzierung.

Recht baufällig geworden, wurde die Kirche im Sommer 1884 innerlich wie äußerlich vollständig erneuert und erhielt die heute Gestalt. Kommerzienrat Eugen Esche trug zum Umbau über 1/3 der Gesamtkosten bei und spendete zusätzlich mit seiner Familie die bunten Glasfenster der Kirche.

“Zur Ausschmückung der Kirche wurde eine Sammlung freiwilliger Gaben veranstaltet. Davon wurden “eine neue zweite Altar- und Kanzel-Bekleidung, ein Altarteppich, eine Hostienschachtel, zwei Altarleuchter und 27 dreiarmige Wandleuchter” beschafft. Zur erneuten Weihe der Kirche erhielt diese von 2 ehemaligen Pfarrern ein 5/4 Meter hohes geschnitztes Kruzifix und vom “hießigen Gutsbesitzer und Ortsrichter Gottlieb Dittrich” eine wertvolle, silberplattierte Abendmahlskanne geschenkt.

Weitere benannte Geschenke der Kirche waren:

  • Eine weitere Abendmahlskanne des “Privatmannes und Gemeindevorstandes Johann Christoph Wilhelm Falke in Dänkritz”. “Ein Kelch wurde 1899 von dessen Erben der Kirche geschenkt”.
  • “Ein Paar kleinere Altarleuchter von Herrn Kirchenrechnungsführer Friedrich Jacob.”
  • “Eine wertvolle Hostienschachtel im Jahre 1900 von Herrn Gutsbesitzer Ferdinand Albert hier bei der Konfirmation seiner jüngsten Sohnes”.
  • “Die rote Altarbekleidung hat der jetzige Pfarrer (Paul Hermann Kreyßig) bei der Konfirmation seiner ältesten Tochter im Jahre 1893 der Kirche geschenkt.”

Im Jahre 1899 wurde ein Leichenwagen beschafft und in einem an die alte Schule angebauten Schuppen untergebracht.

1904 gehören zur Kirchgemeinde Lauterbach: Lauterbach und Nichzenhain (mit 640 Einwohnern) sowie Dänkritz (208). Dänkritz wurde früher auch Dankeritz und Dankritz geschrieben. Nichzenhain, auch Nirdorf und Nirendorf genannt, ward 1609 auf herrschaftlichen Boden erbaut. Das erste Haus baute sich der Zimmermann, Karl Rabe. 1615 bestand es aus 10 Häusern und einer Mühle. 1640 wurde Nichzenhain von den kaiserlichen Soldaten zerstört und 1642 als ein Ort von 12 Häusern wieder aufgebaut. 1740 brannte es abermals ab.

Die letzte Teilrenovierung der Kirche erfolgte 1984. Nachdem die Dachdeckerarbeiten im März 1984 abgeschlossen waren, wurde im April die Zeitkapsel wieder aufgesetzt. Bestückt war diese mit allen Dokumenten von 1840, die in der Turmkugel enthalten waren. Dazu kamen aktuelle Tageszeitungen, die Abschrift eines Haushaltsplanes aus dem Jahr 1984, die Abschrift einer Statistik über das kirchliche Leben, Kirchennachrichtenblätter, Münzen (zur Verfügung gestellt von der Arbeitsgemeinschaft Numismatik) sowie ein Kirchenbericht von Pfarrer Manfred Bauer (seit 1969 Pfarrer in Werdau), der vorübergehend die Organisation der Renovierung übernahm.

Zitat aus dem Kirchenbericht / Erklärung hinsichtlich der Tageszeitungen: “Achtung: Es werden nur positive Dinge aus dem Leben unseres Landes berichtet. Kritisches ereignet sich offiziell nur mündlich. Grundsätzliche Anfragen an unser Staatssystem können nur privat diskutiert werden. Öffentlich gemachte derartige Äußerungen werden von unserer Geheimpolizei, dem Ministerium für Staatssicherheit, als staatsfeindliche Hetze kriminalisiert, entsprechend verfolgt.”

Im Rahmen der Renovierungsarbeiten wurde das an der rechten Kirchenschiff-Seite befindliche Weihekreuz erhalten. Ursprünglich waren davon 4 Stück vorhanden, 2 im Chor und 2 im Kirchenschiff.