Kirche eingerüstet

Seit einiger Zeit ist die Lauterbacher Dorfkirche mit einem Gerüst versehen. Bauarbeiten am Dachstuhl machten dies notwendig. Ebenfalls wird über einen neuen Anstrich nachgedacht. Welcher es wohl wird? Wir berichten 🙂

Glockenspiel

Kein Kirchen-Foto-Besuch ohne Turmbesteigung. Okay, die Glocken hängen noch und die Mäuse tanzen sicherlich zu deren Klang Tango.

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Auf Hochglanz poliert

In Vorfreude auf die weihnachtlichen Klänge strahlt die Orgel von der Empore. Vielleicht liegt es auch an den warmen Farben der restaurierten Decke. Wer weiss …

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Festlicher Glanz

Am Vortag zur Heiligen Nacht entstanden die Aufnahmen aus dem Kircheninneren. Weitere Teile der Kirchendecke sind freigelegt und das Bild mit dem Jesuskindchen ist wunderschön restauriert. Dieses war vermutlich in vorreformatorischer Zeit ein Altarflügel.

Kirchendetails in Weihnachtsstimmung

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Festliche Orgelweihe

21.12.2008 Festliche Orgelweihe. Endlich erklingt die Lauterbacher Orgel wieder in neuem Glanz. 735 Pfeifen mussten teils restauriert, teils neu gestimmt werden. Daher verstummte im Juni das 150 Jahre alte Musikinstrument und wurde grundlegend repariert und erneuert, Spenden sei dank. Zeitgleich wurde ein weiterer Teil der schönen Deckenmalerei freigelegt.

Turmbesteigung

Den Turm in seiner jetzigen Gestalt kennt man erst seit dem Jahre 1840. Der Originalturm brannte 1630 durch einen Blitzschlag bis auf die Mauern nieder und wurde aufgrund Geldmangel’s die ganze Zeit über nur durch ein Bretterdach ersetzt.

In den Turm wurden 2 Glocken gehängt, die Kleinere, eine sogenannte Evangelistenglocke, mit den Namen der 4 Evangelisten in Mönchsschrift, sowie eine Größere mit der Umschrift “Durch Feuer und Hitz bin ich gefloßen, Caspar Senger zu Zwickau hat mich gegoßen. Hans Ernst von Weißbach, Erb-, Lehn- und Gerichtsherr. Christ. Rögner, Pfarr. um 1584”. Als im Jahre 1868 ein neues dreistimmiges Geläut angeschafft wurde, wurden die alten Glocken eingeschmolzen.

Rund um die Kirche

Die Kirche Lauterbach wurde als romanische Kirche im 12. Jahrhundert errichtet. Die heutige innere wie auch äußere Gestalt erhielt sie nach einer umfangreichen Erneuerung, gemäß Plänen des Crimmitschauer Baumeisters Mertel, im Jahre 1884.

Umgeben ist der Kirche von einem sehr gepflegten Friedhof. Hier befindet sich auch das Grab des Rittergut-Besitzer – Arnold Esche.

 

 

 

Kircheninneres

Rund herum ins rechte Licht gerückt, erkennt man die Schönheiten der “Kirche Lauterbach”, trotz einiger, in der Vorzeit begangener, Renovier-Sünden. So wurde zum Beispiel das Kirchengestühl in einer unschönen Ölfarbe überstrichen. Das gleiche Schicksal erlitt die wunderschöne farbige Kirchendecke. In den 80er Jahren wurde ein winziges Stück hiervon wieder freigelegt und restauriert.

Dennoch sollte man bei allen Fehlern nicht das Wertvolle übersehen, wie das Altarbild (eine Stiftung von Christine Karoline Julie Esche, 1851), die Orgel (gebaut vom Orgelbaumeister Bärmig aus Werdau, 1851) oder die bunten Glasfenster (gespendet von Kommerzienrat Eugen Esche und seiner Familie, 1884).

Ein weiteres Kunstwerk ist das (Marien-) Christusbild, vermutlich ein Altarflügel aus vorreformatorischer Zeit.

12. Jahrhundert … bis 1984

“Kirche Lauterbach”

Anhand der Aufzeichnungen der Pfarrer Florey (1840) und Kreyßig (1904) entstand der nachstehende geschichtliche Umriss, natürlich auch ins Heute fortgeschrieben.

Das Kirchengebäude stammt aus dem 12. Jahrhundert und wurde im romanischen Stil erbaut. Im Laufe der Zeit ist es mehrfach umgebaut und verschönert worden.

Die Kirchenbücher werden seit dem Jahr 1578 geführt. Das erste Taufregister, welches noch vorhanden ist, schenkte 1578 der Bürgermeister von Werdau, Abraham Kießling, der Kirchgemeinde. In Werdau wütete zu der Zeit die Pest, weshalb dieser mit seiner Familie nach Lauterbach geflohen ist. Hier wurde ihm ein Sohn geboren, der als erster Täufling eingeschrieben wurde.

1630 brannte der von Blitz getroffene Turm bis auf die Mauern nieder. Die Gemeinde war lange Zeit finanziell nicht in der Lage den Turm wieder aufzubauen und errichtete nur ein Bretterdach.

Im Jahre 1664 wurde das Innere der Kirche etwas renoviert.

Bei einer Hauptreparatur 1674 am Äußeren des Kirchenhauses wurde diesem ein ganz neuer Dachstuhl aufgesetzt und mit Dachziegeln gedeckt. “Auch wurde bei diesem Baue die Kirchdecke neu bemalt.”

“1725 wurde die Kirche im Innern renoviert und geweißt, die Emporkirchen, Beichtstuhl und Gitterstühle, wie auch die Kanzel, mit Bildern bemalt, welche jedoch, da sie mehrfach Karikaturen als Gemälde waren, im Jahre 1836 teils überweißt, teils mit hölzernen Tafeln bedeckt wurden.” Bei dieser Renovierung wurde wohl auch die Kirchendecke wieder überstrichen.

“1836 wurde im Innern der Kirche einige bedeutende Änderung vorgenommen. Es wurde der Fußboden mit blauen steinernen Platten belegt und die Fenster vergrößert. Auch legte man einen neuen Haupteingang in das Schiff und die Emporen an, baute ein Vorhaus mit Treppen und Bahrenkammer an, gab dem Altar eine andere Gestalt, rückte die Kanzel in den Pfeiler hinein, nahm den Beichtstuhl weg und baute dafür an die Morgenseite des Turmes eine neue Sakristei, verkleinerte die herrschaftliche Kapelle, vergrößerte dagegen das Chor und rückte in dessen Mitte die Orgel.”

Den Turm in seiner jetzigen Gestalt kennt man erst seit dem Jahre 1840. Aus ihren eigenen Mitteln baute die Kirchengemeinde einen Neuen, für den 1630 Abgebrannten. In diesen Turm wurden 2 (vom abgebrannten Turm noch erhaltene) Glocken gehängt, die Kleinere, eine sogenannte Evangelistenglocke, mit den Namen der 4 Evangelisten in Mönchsschrift, sowie eine Größere mit der Umschrift “Durch Feuer und Hitz bin ich gefloßen, Caspar Senger zu Zwickau hat mich gegoßen. Hans Ernst von Weißbach, Erb-, Lehn- und Gerichtsherr. Christ. Rögner, Pfarr. um 1584”. Als im Jahre 1868 ein neues dreistimmiges Geläut angeschafft wurde, schmolz man die alten Glocken ein.

Das heutige Altarbild wurde 1851 von Christine Karoline Julie Esche gestiftet. Der Maler ist unbekannt. Es wurde 2000 restauriert.

Ebenfalls 1851 wurde die Orgel vom Orgelbaumeister Bärmig aus Werdau fertiggestellt. Das Instrument umfaßt insgesamt 640 Pfeifen und 2 Faltenbälge. Das Gehäuse der Orgel wurde im Rokokostil gebaut, ist eichenholzfarbig gestrichen und ohne Goldverzierung.

Recht baufällig geworden, wurde die Kirche im Sommer 1884 innerlich wie äußerlich vollständig erneuert und erhielt die heute Gestalt. Kommerzienrat Eugen Esche trug zum Umbau über 1/3 der Gesamtkosten bei und spendete zusätzlich mit seiner Familie die bunten Glasfenster der Kirche.

“Zur Ausschmückung der Kirche wurde eine Sammlung freiwilliger Gaben veranstaltet. Davon wurden “eine neue zweite Altar- und Kanzel-Bekleidung, ein Altarteppich, eine Hostienschachtel, zwei Altarleuchter und 27 dreiarmige Wandleuchter” beschafft. Zur erneuten Weihe der Kirche erhielt diese von 2 ehemaligen Pfarrern ein 5/4 Meter hohes geschnitztes Kruzifix und vom “hießigen Gutsbesitzer und Ortsrichter Gottlieb Dittrich” eine wertvolle, silberplattierte Abendmahlskanne geschenkt.

Weitere benannte Geschenke der Kirche waren:

  • Eine weitere Abendmahlskanne des “Privatmannes und Gemeindevorstandes Johann Christoph Wilhelm Falke in Dänkritz”. “Ein Kelch wurde 1899 von dessen Erben der Kirche geschenkt”.
  • “Ein Paar kleinere Altarleuchter von Herrn Kirchenrechnungsführer Friedrich Jacob.”
  • “Eine wertvolle Hostienschachtel im Jahre 1900 von Herrn Gutsbesitzer Ferdinand Albert hier bei der Konfirmation seiner jüngsten Sohnes”.
  • “Die rote Altarbekleidung hat der jetzige Pfarrer (Paul Hermann Kreyßig) bei der Konfirmation seiner ältesten Tochter im Jahre 1893 der Kirche geschenkt.”

Im Jahre 1899 wurde ein Leichenwagen beschafft und in einem an die alte Schule angebauten Schuppen untergebracht.

1904 gehören zur Kirchgemeinde Lauterbach: Lauterbach und Nichzenhain (mit 640 Einwohnern) sowie Dänkritz (208). Dänkritz wurde früher auch Dankeritz und Dankritz geschrieben. Nichzenhain, auch Nirdorf und Nirendorf genannt, ward 1609 auf herrschaftlichen Boden erbaut. Das erste Haus baute sich der Zimmermann, Karl Rabe. 1615 bestand es aus 10 Häusern und einer Mühle. 1640 wurde Nichzenhain von den kaiserlichen Soldaten zerstört und 1642 als ein Ort von 12 Häusern wieder aufgebaut. 1740 brannte es abermals ab.

Die letzte Teilrenovierung der Kirche erfolgte 1984. Nachdem die Dachdeckerarbeiten im März 1984 abgeschlossen waren, wurde im April die Zeitkapsel wieder aufgesetzt. Bestückt war diese mit allen Dokumenten von 1840, die in der Turmkugel enthalten waren. Dazu kamen aktuelle Tageszeitungen, die Abschrift eines Haushaltsplanes aus dem Jahr 1984, die Abschrift einer Statistik über das kirchliche Leben, Kirchennachrichtenblätter, Münzen (zur Verfügung gestellt von der Arbeitsgemeinschaft Numismatik) sowie ein Kirchenbericht von Pfarrer Manfred Bauer (seit 1969 Pfarrer in Werdau), der vorübergehend die Organisation der Renovierung übernahm.

Zitat aus dem Kirchenbericht / Erklärung hinsichtlich der Tageszeitungen: “Achtung: Es werden nur positive Dinge aus dem Leben unseres Landes berichtet. Kritisches ereignet sich offiziell nur mündlich. Grundsätzliche Anfragen an unser Staatssystem können nur privat diskutiert werden. Öffentlich gemachte derartige Äußerungen werden von unserer Geheimpolizei, dem Ministerium für Staatssicherheit, als staatsfeindliche Hetze kriminalisiert, entsprechend verfolgt.”

Im Rahmen der Renovierungsarbeiten wurde das an der rechten Kirchenschiff-Seite befindliche Weihekreuz erhalten. Ursprünglich waren davon 4 Stück vorhanden, 2 im Chor und 2 im Kirchenschiff.